September 2011

4 Pässe bei un-päss-lichem Wetter

Von: Christiane

Sellaronda Bike Day 2011

18.09.11, Wolkenstein im Grödnertal - der Wetterbericht sagt wolkenbruchartige Schauer voraus, Temperaturen bis max. 10 °C und auf 2000 m Schnee. Das Hotel lockt mit "Wellness", doch was, wenn einem die Sauna zu heiß und der Whirlpool zu langweilig ist...?

Zum 2. mal in diesem Jahr werden die Dolomitenpässe für den motorisierten Verkehr gesperrt. Für alle Radfahrer heißt es freie und ungestörte Fahrt auf das Sellajoch, das Pordoijoch, den Campolongo Pass sowie das Grödner Joch.

Noch nie bin ich mit meinem Rennrad einen Pass gefahren und aufgrund der schaurigen Wettervorhersage überlege ich, welches der Räder ich nehmen soll: Aluminium mit Scheibenbremsen für besseren Bremskomfort und 3- Fach für ausreichend kleine Gänge oder aber Carbon (statt Kondition), Felgenbremsen, und 2- Fach...?

Um 8:30 Uhr starte ich in Wolkenstein bei 12° C. Der "offizielle" Start dieser Veranstaltung ist in St. Ulrich. In Erwartung, bald vom Pulk eingeholt zu werden, kurbele ich gemütlich die 6-8%ige Steigung zum Sellajoch auf 2214 m hinauf. Hier oben pfeift ein ganz schöner Wind, der jedoch auch die Wolken zu vertreiben scheint und so gigantische Blicke auf die Dolomiten zulässt. Da ich auf eine komplette Regenfahrt eingestellt war, freue ich mich um so mehr über das "Wetterwunder", was mich weiter bis zum Pordoijoch begleitet.

Die Abfahrt wird dann beinahe etwas abenteuerlich: ich tauche ab in den aufsteigenden Nebel, ein "Scheibenbremsenfahrer" überholt mich auf der nassen Straße, und dann lange nichts mehr, nur noch das eintönige Surren der Nabe...ist eigentlich sonst noch jemand hier...?!

Oh doch, da ist ja "jemand", es meldet sich eine herrliche Abkühlung von oben und dauert gar nicht lange, dann auch von unten - von überall spritzt das kalte Wasser, läuft in den Helm und in die Schuhe. Die eisigen Hände haben Mühe, die nassen Felgen zu bremsen.

Spätestens auf dem Weg zum Campolongo zeigt sich, dass ich mit der Wahl des Carbonflitzers richtig lag - und überhole wieder mal genüsslich den "Scheibenbremsenfahrer".

Der letzte Anstieg zum Grödnerpass lässt mein Herz nochmal höher schlagen; wegen des langen Anstiegs? Wahrscheinlich, aber auch, weil die zauberhafte Landschaft ansatzweise und kurzzeitig durch die Regenwolken zum Vorschein kommt. Eine faszinierende Gegend!

Vom Alta Badia ziehen wieder dicke Regenwolken auf, vom einem "Pulk" jedoch noch immer keine Spur...

Als winziges Grüppchen lassen wir dann den Sellastock in rasanter Abfahrt an uns vorbeirauschen, zurück Richtung Wolkenstein. Auf die raggazzi scheint die "Pasta Asciutta della Mama" zu warten - ziemlich nass und durchgefroren denke ich eine Sekunde an die Wärme einer Sauna, um den Gedanken an die Hitze aber gleich wieder zu verwerfen ;-)

 

Tourdaten: 2050 hm, 67 km

Verfahren kann man sich nicht unbedingt, hier jedoch die Tour zum Nachfahren:

http://connect.garmin.com/activity/116040652#